„Löwen“ gehen diesmal leer aus

Für die ZweitligaRinger des RV Lübtheen hat es nach den großen Erfolgen der Vorjahre mit Vizemeisterschaft und Staffelsieg diesmal nicht zu einem Medaillenrang gereicht. Zum Saisonabschluss mussten sie sich dem direkten Konkurrenten im Kampf um Bronze, dem bis dahin punktgleichen RV Thalheim, mit 12:17 geschlagen geben. Für Bert Compas kam die Niederlage nicht überraschend. Der Vereinsvorsitzende des RVL war mit viel Skepsis in dieses Duell gegangen: „Wir sind alles andere als gut aufgestellt, werden sogar eine Gewichtsklasse gar nicht besetzen können.“

Das bedeutete, dass die Lindenstädter schon mit einer 0:4-Hypothek auf die Matte gingen. Dass sie dennoch auf eine ausgeglichene Kampfbilanz von fünf Siegen und fünf Niederlagen kamen, war aller Ehren wert. Den Ausschlag gab, dass drei der eigenen Erfolge knapp ausfielen, während die Thalheimer gleich viermal die Höchstbewertung von vier Zählern für sich verbuchen konnten.

Für einen Auftakt nach Maß sorgte aus Lübtheener Sicht Alexander Ginc (57 kg/griechischrömisch), der einen gegnerischen Kopfwurf abfing und nach technisch sauberen Aktionen seinerseits nach nur gut anderthalb Minuten zum vorzeitigen Sieger gekürt wurde (technische Überlegenheit = vier Punkte). Ohne Chance war Andreas Aurich (130 kg/Freistil). Der GriechischrömischSpezialist, der den verhinderten Robert Glor vertrat, hatte Radoslaw Dublinowski wenig entgegenzusetzen. Als fragwürdig stufte man im RVLLager die Disqualifizierung von Mitko Asenow (61 kg/Fr.) wegen Passivität ein. Fakt blieb, vier weitere Zähler gingen an den Gastgeber. Daniel Bankow (98 kg/g.-r.) gab gegen den früheren Tschechischen Meister Petr Nowak einen Punkt ab. Eine vor allem taktisch clevere Vorstellung lieferte Anders Ekström (66 kg/Fr.) ab, der seinen ersten Sieg gegen die aus Torgelow stammende deutsche Nachwuchshoffnung Alexander Grebensikov feierte. Mit einem 9:5 für Thalheim ging’s in die Pause.

Die Lübtheener hatten sich entschieden, für ihren erkrankten deutschen AJugendmeister Alexander Biederstädt in der Gewichtsklasse bis 86 kg (Fr.) Peter Groß zu bringen. Der musste die Überlegenheit des deutschen Juniorenmeisters Benjamin Opitz anerkennen. Das war gleichbedeutend mit der Entscheidung. Zwar rang Dennis Langner in einem umkämpften Vergleich Dawid Takunow zwei Punkte ab. Doch anschließend kamen die von RVLSeite nicht besetzten 86 kg (gr.-r.) zum Tragen – es hieß 17:7, die Thalheimer Fans feierten. Was für die Mecklenburger blieb, war ein versöhnlicher Abschluss. Fredrik Bjerrehuus (75 kg/gr.-r.) bezwang seinen Dauerrivalen Tobias Löffler in einem neuerlich engen Duell, und Martin Buhz (75 kg/Fr.) präsentierte sich bei seinem VierPunkteErfolg als ausgezeichneter Vertreter für den am Kreuzband operierten Sebastian Nowak.

Obwohl die Lübtheener natürlich gerne eine weitere Medaille eingefahren hätten, zeigte sich Bert Compas auch mit dem vierten Platz durchaus zufrieden: „Wir waren wieder vorne dabei und das, obwohl wir mit deutlich mehr Verletzungsproblemen als in den Vorjahren zu kämpfen hatten. Uns fehlte immer wieder einmal der ein oder andere TopMann und zudem in so mancher Situation das Glück.“ Mit Blick auf die nächste Saison formulierte der RVLVorsitzende schon einmal eine Kampfansage an die Gegner: „Wir werden wieder eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen, die ganz vorne mitringen kann – wir wollen uns den Titel zurückholen.“

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